Gemarkung Kiebitzbruch

1701

entstand durch die „Dritte Mecklenburger Hauptlandesteilung“, nach jahrelangem Streit um die Thronfolge, das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.

 1731

wurde „Neu Strelitz“ zur Residenzstadt erklärt und die Herzöge begannen ihr Jagdschloss auszubauen, umzubauen und immer wieder zu erweitern, bis sie es schließlich als Hauptwohnsitz nutzen konnten.
Es blieb nicht aus, dass sich um diese Dauerbaustelle erst Handwerker und später Verwaltungsbeamte ansiedelten. Man beauftragte bekannte Architekturbüros für die Stadt- und Gebäudeplanung und um die Jahrhundertwende umfasste die kleine Residenzstadt schon ca. 200 Häuser mit 3000 Einwohnern.

Herzog Carl

hatte seine Tochter Sophie Charlotte (Königin von England, Irland und Hannover) gut verheiratet und seine Enkeltochter Louise wurde 1793 Königin von Preußen. So stand dem standesgemäßen Aufstieg des Herzogtums und seiner kleinen Residenzstadt nichts mehr im Wege.

Es war in Mecklenburg

eine recht friedliche Zeit des Aufbruchs. Da Preußen sich aus den Koalitionskriegen gegen Frankreich und Napoleon noch heraushielt, fanden die Schlachten woanders statt und keine riesigen Armeen zertrampelten die Felder oder plünderten Städte und Dörfer. 
So hatte man in Strelitz Zeit sein Land zu vermessen, zu kartographieren und unter sich aufzuteilen, damit es später mit seinen Gütern und Höfen die Städte ernähren konnte.

1799

wurde es amtlich:
Es gibt eine „Gemarkung Kiebitzbruch“ irgendwo in den Sümpfen von Mecklenburg Strelitz und bekam Kiebitzbruch seinen offiziellen Namen. 
Auf der Karte von Neustrelitz wurde die „Gemarkung Kiebitzbruch“ verzeichnet.
Es wird noch einmal 76 Jahre dauern, bis Menschen hier in Kiebitzbruch ihre amtlichen Spuren hinterlassen werden.

Chronologie der Eigentümer

seit:

1875 –  Otto Michaelsen (Magistratsgut Torwitz)

1896 – Wilhelm Knebusch

1919 – Johanne Federhaff

1920 – Gut Wiesenthal

1922 – Otto von Levetzow

1927 – Erna von Rosenberg / Arnold

1949 – Nachfahren von Erna von Rosenberg / Arnold

1953 – Verwaltung durch die LPG „Roter Stern“

1991 – Nachfahren von Erna von Rosenberg / Arnold

1993 – Augusta Naegelsbach (Tochter von A.v.R.) und Söhne

1996 – Hans-Hasso u. Marianne Naegelsbach

Chronologie des Flächenumfangs

Bis 1894

Torwitz war das große Magistratsgut von Neustrelitz. Es umfasste den Grund und Boden der heutigen Gebiete vom Zierker See bis Prälank und Kiebitzbruch einschließlich des kleinen Prälanker Sees.  Von 1875 bis 1894 stand auf den Wiesen von Kiebitzbruch ein Arbeiterhaus (54 m Länge?), das 1894 abbrannte.

1894 – wurde Kiebitzbruch in einer Größe von ca. 30 ha von Torwitz abgetrennt und an W. Knebusch verkauft.

1904 – entstand aus dem alten Magistratsgut ein neues Gut „Wiesenthal“ *

1911 – wird Wiesenthal komplett an das Gut Wiesenthal verpachtet.

1912 – wird ein Teil von Kiebitzbruch an Wiesenthal verkauft.

1919 – gehört Kiebitzbruch zum „Sophienhof“ (Familie Federhaff)

1920 – Kiebitzbruch wird wieder komplett an das Gut Wiesenthal verkauft.

1922 – Otto von Levetzow kauft das Gut Wiesenthal komplett mit Kiebitzbruch

1922 – ein paar Monate später verkauft er Wiesenthal und behält nur Kiebitzbruch mit 27 ha. Land (inkl. Teile vom heutigen Torwitz, sowie Lankhorst und des kleinen Prälanker Sees)

1927 – Erna von Rosenberg kauft von O. v. Levetzow 6,4 ha. der Fläche Kiebitzbruchs ab. Der Rest wird erneut aufgeteilt und geht an verschiedene Besitzer. Der kleine Prälanker See geht an die Gemeinde Neustrelitz.

1953 – verläßt Augusta Naegelsbach die DDR und Kiebitzbruch wird gemeinsam mit dem ehemaligen Gut Wiesenthal von der LPG „Roter Stern“ verwaltet.

1999 – kauft Hans-Hasso Naegelsbach wieder ein Stück Land von Torwitz zurück, um Grenzen zu begradigen. Heutige Fläche von Kiebitzbruch 7 ha.


* Es ist für uns nicht ganz ersichtlich, wann und wie das Stadtgut Wiesenthal entstand.

Lt. einem Artikel in dem Buch von Sabine Bock (Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen …) ging es vermutlich erst nach 1903 aus dem Magistratsgut Torwitz hervor. Fr. Bock geht davon aus, dass das Magistratsgut Torwitz nach Wiesenthal verlagert wurde. 

In dem Adressbuch von Neustrelitz 1920/21 werden beide Güter noch separat aufgeführt:

Gut Wiesenthal – Dr. Schunk (Gutsbesitzer)

Magistratsgut Torwitz – Otto Ahlgrimm (Viehhändler), Heinrich Ahlgrimm (Kaufmann), Wilhelm Stoll (Gastwirt)